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Adoption statt Innovation?


Madonna feiert mit einem neuen Best Of namens "Celebration" einmal mehr sich selbst

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Adoption statt Innovation?

Madonna feiert mit einem neuen Best Of namens "Celebration" einmal mehr sich selbst

11.09.2009 Aufhören? Daran denkt Madonna noch lange nicht! Trotzdem wird es eine wichtige Zäsur in ihrem Leben geben: 25 Jahre lang war Madonna bei der Plattenfirma Warner unter Vertrag, nun soll Schluss sein. Eine lange Zeit und eigentlich eine erstaunliche Konstante in einem Künstlerleben, das sich der manischen Neudefinition der eigenen Person verschrieben hat. Aber bevor der Schlussvorhang für diese Zusammenarbeit fällt, feiert Madonna Louise Veronica Ciccone (51) noch mit einem neuen Best-Of-Album namens "Celebration" ihren Abschied und einmal mehr - sich selbst.

Wobei: Selbst eingefleischte Fans werden jetzt womöglich den Kopf schütteln. Schließlich ist ihr letztes Greatest-Hits-Album keine zwei Jahre alt - und war beileibe nicht das erste. Aber klar: Auch auf "Celebration" wurden zwei neue Songs als Rechtfertigung und Kaufanreiz gepackt. Der Titelsong ist eine Reminiszenz an ihren eigenen Dancefloor-Sound der Marke "Vogue" oder "Into the Groove". Der zweite neue Song heißt "Revolver", ein Stück tanzbarer, aber eher glanzloser Pop.

Madonna - F

Und gerade im Rahmen dieser wirklich umfassenden Werkschau fällt jener Song schon auf. Denn er bestätigt eine Tendenz, die schon ihr letztes Album "Hard Candy" erahnen ließ: Das Schaffen von Madonna stagniert ein wenig. Und mehr als je zuvor konnte man das Gefühl haben, dass ein Mangel an Originalität und Innovationsgeist oft mit dramatischen Outfits, schrillen Videos oder Bühnenauftritten ausgeglichen wird.

Dabei galt Innovation schließlich stets als Madonnas Markenzeichen. Angeblich ließ sie Trendscouts in allen heißen Metropolen umherschweifen, die ihr den letzten Schrei in puncto Mode, Musikstil und Tanz zuflüsterten. Und in vielen Fällen prägte sie den Zeitgeist: Etwa mit der Ästhetik des "Vogue"-Videos, beim Album "Music", das die Rückkehr des schlichten Sequencers einleitete. Sie machte 2005 den Krumping-Dancestyle populär, setzte sich mit dem Cover von "American Pie" an die Spitze des Americana-Revivals. Inzwischen aber scheint Madonna nur noch als Geschäftsfrau innovative Maßstäbe zu setzen: Statt einen neuen Plattendeal auszuhandeln, unterzeichnete sie einen Vertrag bei einem Tourveranstalter.

Und so garantiert ihr "Live Nation" nun 150 Millionen Dollar in zehn Jahren, wenn sie weiterhin drei Alben produziert, ihr Gesicht brav in die Kameras hält und auf Tournee geht. Kein Problem für die leidenschaftliche Selbstdarstellerin, die sich dank frugaler Gesundheitskost und exzessivem Training (und ja: wohl auch dank des Schönheitschirurgen) jung hält. Auch ihr Neulover Jesus Luz (22) und ihre Kinder (zwei eigene, zwei Adoptivkinder) halten sie frisch. Ihr Verhalten wirkt auf die Außenwelt sicher befremdlich - und nicht nur auf diese. Madonnas Ex-Ehemann Sean Penn soll zur Pop-Queen, die er am Oscar-Abend mit ihrem jungen Männermodel als Armschmuck traf, gesagt haben: "Schon wieder ein Kind?"

Aber Anekdoten hin, Adoptionen her, man kann angesichts dieses neuen Best Ofs natürlich auch wieder feststellen: Madonna legte bis heute eine beeindruckende Karriere hin, für die sie sehr hart gearbeitet hat. Und ist und bleibt - trotz oder wegen aller Schlagzeilen - natürlich immer noch die erfolgreichste und faszinierendste Popsängerin aller Zeiten. ~ Kati Hofacker (teleschau)


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