Kate Nash

Kleine Lieder über Liebe


Kate Nash veröffentlicht "My Best Friend Is You"

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Kleine Lieder über Liebe

Kate Nash veröffentlicht "My Best Friend Is You"

26.04.2010 Eigentlich wollte Kate Nash Schauspielerin werden. Ein Beinbruch, so sagt es zumindest die Legende, führte dazu, dass sie vor lauter Langeweile ihre ersten Songs schrieb. Eine kluge Entscheidung: Nashs Debütalbum "Made Of Bricks" schaffte es vor zwei Jahren aus dem Stand an die Spitzenposition der UK-Charts. Seitdem ist die 22-Jährige fester Bestandteil der britischen Musikszene. Doch auch in Deutschland wird sie immer populärer: Großer Fan ist zum Beispiel die "Eurovision"-Hoffnung Lena Meyer-Landrut, deren Version von Kate Nashs "Foundations" erheblich an ihrem "Unser Star für Oslo"-Durchmarsch beteiligt gewesen sein dürfte. Jetzt erscheint mit "My Best Friend Is You" die zweite Platte der Sängerin aus London. Der Sound: kantiger als auf dem Debüt. Das Thema: Liebe und Sex in all ihren Facetten.

Liebe ist vielleicht nicht alles, aber doch eine ganze Menge. Und mit der Art und Weise, mit der Liebe in den Medien thematisiert wird, mit den Idealen, die dort proklamiert werden, ist Kate Nash alles andere als zufrieden. Um das Thema zu erfahren, ging sie tief in die Materie rein. Sie rief ihr Umfeld dazu auf, ihr doch einfach Geschichten über die Liebe zu schreiben. Kleine und große, schöne und traurige.

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Sie fragte Freunde und Verwandte, aber auch ihre Fans - und war von der Anzahl der Einsendungen überwältigt. "Es waren wirklich wahnsinnig viele. Fünf oder sechs Seiten meines Hotmail-Accounts waren nach ein paar Tagen voll", erklärt sie. Lesen konnte sie die nicht alle, aber was sie las, sei durchweg spannend gewesen und erstaunlich vielfältig. Vom Mädchen, das mit einem Jungen auf dem Spielplatz sitzt und ihn am Ende des Nachmittags zum allerersten Mal küsst, bis zur Mutter, die ihr Kind verlor, reichte die Bandbreite.

Die anrührendste Geschichte aber bleibt die, die Ideengeber für die Umfrage war: "Mein Großvater war im letzten Jahr ziemlich krank. Und meine Großmutter pflegte ihn. Es war für mich recht ungewohnt, das zu sehen, weil ich natürlich ein ganz anderes Bild von ihnen als Paar habe. Ich kenne eben, seit ich ein Kind bin, diese tollen Schwarz-Weiß-Fotos aus den 30er- oder 40er-Jahren, auf denen sie einfach großartig aussehen. Er war Boxer - und sie wirkte wie ein Filmstar." All das möchte Kate Nash den Käufern von "My Best Friend is You" mitgeben - in einem Buch, das einer Teilauflage des Albums beiliegen wird.

Was nach einer fast akademischen Auseinandersetzung mit dem Thema Liebe klingt, erfährt auf dem Album doch eher eine humorvolle Bearbeitung. Augenzwinkernd erzählt Nash kleine Geschichten von der dunklen Seite der Begierde. "Do-Wah-Doo" etwa ist ein feines Stück Popmusik über Eifersucht zwischen Freunden, das seinen Ursprung in Kate Nashs Schulzeit hat. Sie war, so sagt sie selbst, eher ein "Tomboy", ein Mädchen, das mit Jungen spielte. Folglich blieb sie im Jahrmarkt der Eitelkeiten, im frühen Beziehungsreigen auf dem Pausenhof eher außen vor. Richtig ernsthaft wird es eigentlich nur im Spoken-Word-Track "Mansion Song". Der handelt von jungen Mädchen und von Rockbands und davon, wie aus dieser Kombination oft ein erschreckend sexuell geprägtes Abhängigkeitsverhältnis entsteht, das in den Medien als Teil des Rock'n'Roll propagiert wird.

Spricht Kate Nash über Groupies und über die Rolle von Frauen im Musikbusiness im Allgemeinen, wird sie schnell ernsthaft. Die feministischen Ideale der Riot-Grrrl-Bands der frühen 90er-Jahre könne sie absolut nachvollziehen: "Ich erlebte am Anfang meiner Laufbahn durchaus, dass Journalisten zu mir kamen und gar nicht damit gerechnet hatten, dass ich meine Lieder überhaupt selbst schreibe." Das würde einiges aussagen über den Zustand der Popmusik und die vermeintliche Gleichberechtigung im Business.

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Kate Nash auf Deutschland-Tournee

26.05., Berlin, Astra

27.05., Dresden, Alter Schlachthof

28.05., Hamburg, Große Freiheit 36

31.05., Köln, Essigfabrik ~ Richard Witter (teleschau)


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