Sebastian Hämer

Sebastian Hämer exklusiv im Interview mit Akuma


"Ich stehe auf authentische und ehrliche Sachen..."

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Sebastian Hämer exklusiv im Interview mit Akuma

"Ich stehe auf authentische und ehrliche Sachen..."

30.01.2010

Sebastian Hämer trat musikalisch erstmalig 2003 - mit seiner Teilnahme am ZDF Gesangswettbewerb "Stimme 2003" - in Erscheinung. Dann ging es Schlag auf Schlag für den jungen Musiker. Eine Zusammenarbeit mit Erfolgsproduzent Ralph Siegel folgte und schließlich das Signing beim Label 3p. 2006 erschien sein Debüt Album "Der fliegende Mann", dessen Singleauskopplung "Sommer unseres Lebens" auf Anhieb Platz 9 der deutschen Singlecharts erklomm.

Sebastian Hämer ist den meisten nicht zuletzt durch seine ausdrucksstarke Stimme als auch für seine einfühlsam nachdenklichen Songs bekannt. Mittlerweile wechselte er das Label und steht nun beim frisch gegründeten DARSS Records unter Vertrag. Am 26. Februar erscheint sein neuestes Werk, das den Titel "Flugplan 2" trägt.

Für die Kinderhilfsorganisation "Frogs for Future" schrieb Sebastian den Song "Steig mit ins Boot" und engagiert sich aktuell ebenfalls für die Opfer der Erdbeben in Haiti, mit seiner Teilnahme an der kölner Benefiz Gala "Ein Lied für Haiti".

Für Akuma nahm sich der sympathische Sänger Zeit für ein Interview im hamburger Stage Club, wo er am 23. Januar seinen Showcase spielte.

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Akuma: Hallo Sebastian, schön dass Du Dir die Zeit genommen hast.

Sebastian Hämer: Na klar, gern.

Akuma: 2006 wurde Dein Debüt-Album "Der fliegende Mann" beim Label 3p veröffentlicht und die Single "Sommer unseres Lebens" wurde zum Sommerhit des Jahres. Kannst Du für diejenigen die Dich noch nicht kennen kurz Deinen musikalischen Stil umschreiben?

Sebastian Hämer: Ich würde sagen ich mache deutschen Soul mit Rock Anteilen. Obwohl es mir selbst nicht leicht fällt, meine Musik zu kategorisieren. Es ist eben Musik...(lächelt)

Akuma: Dein zweites Werk trägt den Titel "Flugplan 2" und feiert seine Veröffentlichung am 26. Februar. Warum hast Du Dich für diesen Titel entschieden? Das klingt etwas nach "Plan B"...

Sebastian Hämer: Ich hab mich für den Titel entschieden, weil das erste Album schon "Der fliegende Mann" hieß und mir dazu spontan "Flugplan 2" eingefallen ist. Außerdem hatte ich dazu eine Fotosession auf einem Hubschrauberlandeplatz und wir haben dann letztlich auch das Bild für das Album-Cover ausgewählt. Wir hatten dann noch diese typische Anzeigentafel der Flugpläne in das Bild eingebunden und das war alles ganz stimmig, deswegen musste das Album einfach "Flugplan 2" heissen.

Akuma: Dann ist das Album sozusagen eine Fortsetzung Deines Debüts?

Sebastian Hämer: Ja genau, ich bin ja noch immer "Der fliegende Mann", auch wenn mein jetziges Album und die Songs natürlich komplett neu sind. Der Titel "Flugplan 2" passte für mich einfach perfekt.

Akuma: Wie unterscheidet sich Dein aktuelles Album von seinem Vorgänger? Was ist anders?

Sebastian Hämer: Aus musikalischer Sicht basiert es zum Beispiel nicht mehr so stark auf Samples. Das heisst, dass wir die Töne von Grund auf komplett selbst gemacht haben. Wir haben uns ins Studio begeben und wollten ganz bewusst handgemachte Musik machen. Das war uns wichtig. Obwohl wir natürlich trotzdem Sounds benutzt haben, die vom Rechner kommen. Trotzdem sind es aber insgesamt wenig und die dann auch selbst gemischt.

Akuma: Produzierst Du komplett mit und drehst selbst an den Reglern im Studio oder findet man Dich hauptsächlich in der Gesangskabine?

Sebastian Hämer: Ja klar, da bin ich komplett involviert. Also auch beim Produzieren.

Akuma: Woher hast Du das Know-How? Hat Dir das jemand beigebracht?

Sebastian Hämer: Ich hab mir das eigentlich selbst angeeignet. Im Grunde hab ich mir irgendwann gesagt, wenn Du Musik machen möchtest, dann auch richtig und komplett. Dann hab ich mich selbstständig gemacht, mir ein Studio gebaut und mich da ungefähr zwei Jahre drin "eingeschlossen".

Akuma: Wie können wir uns das vorstellen?

Sebastian Hämer: Das hieß dann vor'm Rechner sitzen, versuchen mit dem Musikprogramm irgendwie klarkommen und sich mit der ganzen Bedienung vertraut machen. Naja und dann war plötzlich auch schon das erste Lied fertig.

Akuma: Das klingt als seist Du sehr zielstrebig und auch technisch versiert...

Sebastian Hämer: ...also manchmal weiß ich zwar nicht genau was ich da mache (lacht) aber am Ende hört es sich dann trotzdem irgendwie gut an.

Akuma: Dir ist generell aber wichtig von A-Z involviert zu sein und nichts komplett dem Zufall zu überlassen oder gänzlich in andere Hände zu geben?

Sebastian Hämer: Das kann man schon so sagen, ja.

Akuma: Hast Du eine ganz bestimmte Vorstellung von Deiner Musik, die Du dann auch so verwirklicht haben willst? Sprich: bist Du kompromissbereit und offen für andere Ideen oder boxt Du Deine Meinung auf Biegen und Brechen durch?

Sebastian Hämer: Also eine ganz feste Vorstellungen von dem was man macht, hat man ja nie, wenn man bei Null anfängt. Für mich muß es sich einfach gut anhören. Wenn da jetzt beispielsweise ein "Studierter" kommt und sagt, dass ihm diese oder jene Töne besser gefallen, sich das in meinen Ohren aber krumm und falsch anhört, dann will ich das natürlich auf keinen Fall drin haben. Für mich muß sich die Musik einfach gerade und harmonisch anhören und nicht so "jazzig".

Akuma: Was genau meinst Du mit "jazzig"?

Sebastian Hämer: Jazz ist doch manchmal so verfrickelt und kompliziert, das mag man entweder oder eben nicht. Persönlich stehe ich eher auf die geraden und harmonische Sounds.

Akuma: Die Singleauskopplung "Wieso Bist Du Weg Von Mir" erscheint am 19. Februar 2010. Die Songs klingen insgesamt sehr persönlich. Sind Deine Songs immer autobiographisch oder gibt es auch fiktive Texte, die vielleicht nicht immer unmittelbar etwas mit Dir zu tun haben?

Sebastian Hämer: Da ist mit Sicherheit von allem etwas dabei. Grundsätzlich schreibe ich aber Songs über Erlebnisse und Dinge die mein Leben geprägt haben und die ich auch persönlich erfahren habe.

Akuma: Ein David Bowie zum Beispiel schrieb oft sehr abstrakte Texte und verarbeitete auch Träume oder "Visionen" in seinen Songs. Kommt sowas für Dich auch in Frage?

Sebastian Hämer: Aber auch ein David Bowie muß ja bestimmte Sachen erlebt haben, um sowas Abstraktes überhaupt schreiben zu können. Bei mir ist es so, dass ich hauptsächlich aus dem Leben schreibe.

Akuma: Wie gehst Du da vor?

Sebastian Hämer: Ich versuche in jedem kleinen Ereignis, jeder Begegnung und anderen Dingen die mir passieren, das Besondere zu finden. Und dann versuche ich eine Geschichte heraus zu lesen und das was ich darin erkenne, niederzuschreiben. Dabei entstehen eben auch sehr persönliche Texte und Songs wie beispielsweise "Wieso Bist Du Weg Von Mir". Ich meine im Grunde kennt doch jeder dieses Gefühl verlassen zu werden oder den Verlust von irgendwas, was einem wichtig war...

Akuma: Hast Du keine Scheu Dein Innerstes nach außen zu kehren und Dich sozusagen vor Deiner Zuhörerschaft "nackt" zu machen?

Sebastian Hämer: Naja, nicht alles in meinen Texten handelt immer direkt von mir. Manchmal greife ich natürlich auch Themen auf, die in meinem Freundeskreis passiert sind. Ich schaue einfach was das Leben so bringt, lasse mich davon inspirieren und sehe dann, was ich dazu schreiben kann.

Akuma: Wir halten aber noch einmal fest, dass Du prinzipiell großen Wert darauf legst, über Themen zu singen, die tatsächlich passiert und nicht fiktiv sind.

Sebastian Hämer: Ja richtig. Das ist mir schon sehr wichtig. Ich denke, dass ich sonst auch gar keine Texte schreiben könnte, wenn's nicht tatsächlich passiert wäre, ich etwas nicht gesehen hätte oder etwas nicht wahr und nur ausgedacht ist.

Akuma: Und das Ausschmücken Deiner Texte, um sie vielleicht interessanter zu machen oder ein medienträchtig gefälschter Lebenslauf - sowas soll es ja geben - kommen für Dich also auch nicht in Frage?

Sebastian Hämer: (lacht) Oh nein, solche Geschichten kenne ich auch. Für mich kommt das überhaupt nicht in Frage. Ich wüsste auch nicht, warum ich sowas tun sollte. Verstehe allerdings auch überhaupt nicht, warum andere das tun. Ich stehe auf authentische und ehrliche Sachen. Nicht nur in der Musik.

Akuma: Was für eine Beziehung pflegst Du zu Deinen Fans, die doch bestimmt überwiegend weiblich sind, oder?

Sebastian Hämer: Naja, also sooo weiblich sind sie nun auch wieder nicht. (lacht)

Akuma: Wie gehst Du denn mit schwärmerisch verliebter Fanpost, und Begegnungen mit Fans um? Fliegen eigentlich auch mal BH's auf die Bühne?

Sebastian Hämer: Du wirst lachen aber ich habe tatsächlich grad erst einen 85C BH zugeworfen bekommen (lacht). Allerdings muß ich dazu sagen, dass das ein Kumpel von mir war. Also nur ein kleiner Spaß am Rande.

Akuma: Und wenn es mal kein Spaß eines Kumpels, sondern ein Fan ist, der Dich auf der Strasse erkennt und ein Autogramm oder eine Umarmung will?

Sebastian Hämer: Damit hab' ich gar keine Probleme. Ich bin auch auf der Strasse immer für die Leute ansprechbar. Abgesehen davon, dass mir das noch gar nicht so oft passiert.

Akuma: Noch nicht...

Sebastian Hämer: (lacht) Ja, wer weiß... Vielleicht kommt das alles noch.

Akuma: Ich habe gelesen, dass Du ein Colt Seavers Fan bist. Aber mal Hand auf's Herz: von wem warst du mehr angetan - Lee Majors (Colt) oder von Jody's knappen Outfits?

Sebastian Hämer: Also die Outfits haben mich tatsächlich zu der Zeit noch nicht interessiert (lächelt). Mich haben die Stunts begeistert und vor allem das Auto war einfach nur cool. Ich fand's sogar so cool, dass ich es mir später selbst gekauft habe.

Akuma: Wie war es für Dich als "Frischling" mit Ralph Siegel am Song "Für die Seele" zusammenzuarbeiten?

Sebastian: Die Zusammenarbeit mit ihm ist ja damals durch die ZDF Casting Show "Stimme 2003" entstanden, in der Ralph Siegel auch in der Jury saß.

Akuma: Wie ist denn das Arbeiten mit Ralph Siegel?

Sebastian Hämer: Ich muß sagen, dass es sehr entspannt und sogar ziemlich cool war. Das hätte ich vorher auch nie gedacht.

Akuma: Warum?

Sebastian Hämer: Vor allem weil Ralph Siegel immer so verschrien war und sowas. Aber er ist wirklich so ein netter Mann, das glaubt man gar nicht. Ich stand beispielsweise in der Gesangskabine und hab mich eindeutig versungen. Ralph saß hinter der Scheibe und sagte nur "mein Fehler, mein Fehler, noch einmal bitte". Also er hat wirklich immer alle "Schuld" auf sich geladen und ist einfach durchweg ein total netter Typ.

Akuma: Du hast eher zufällig über das Karaokesingen Dein Gesangstalent entdeckt, richtig? Erinnerst Du Dich noch, welchen Song Du damals zum Besten gegeben hast?

Sebastian Hämer: Ja, das war Gary Barlow mit "Forever Love". Mehr schlecht als recht (lacht)... aber das waren eben meine ersten Gehversuche.

Akuma: War das auch Deine öffentliche Premiere als Sänger?

Sebastian Hämer: Nee, also öffentlich war das gar nicht, das war in einer kleinen Gesangs-Karaoke-Kabine. Die Leute sagen zwar immer, das wäre in einer Karaoke-Bar gewesen, das stimmt aber nicht. Es war nur im CineStar Kino, in einer kleinen Karaoke-Kabine. Da war ich damals mit meiner Schwester und meiner Cousine und wir wollten aus Spaß eine Disk aufnehmen. Irgendwann mussten wir dann noch Personal rufen, weil wir nicht wussten wie alles funktioniert. Die hat uns dann geholfen und irgendwie waren dann alle begeistert von der Aufnahme. Tja, so war das und dann hatte ich auch schon Blut geleckt... (lächelt)

Akuma: Warst Du selbst wirklich überrascht über Deine Stimme oder war Dir auch damals schon bewusst, dass Du singen kannst?

Sebastian Hämer: Ich hab mich vorher wirklich nie großartig für Musik interessiert, mir nie Musik gekauft oder sowas. Meine erste CD war "Angels" von Robbie Williams. Das war tatsächlich die erste Single die ich mir gekauft habe, weil mir das ganz gut gefiel. Ansonsten war aus meiner Familie nur mein Cousin im Chor, weil er schon immer so eine göttliche Stimme hatte. Allerdings war das nach dem Stimmbruch dann auch bei ihm vorbei. Um die Frage zu beantworten: richtig bewusst war mir vorher nicht, dass ich singen kann, nein.

Akuma: Was hörst Du denn privat für Musik?

Sebastian Hämer: Während der Produktionsphase höre ich gar keine andere Musik, einfach um mich nicht ablenken oder beeinflussen zu lassen. Also auch kein Radio oder sowas. Da möchte ich mich ganz auf meine Musik konzentrieren und will Töne haben, die eindeutig von mir kommen.

Akuma: Was hörst Du denn, wenn Du gerade nicht produzierst und im Auto unterwegs oder auf Reisen bist?

Sebastian Hämer: Hmm... da ich sehr viel Musik mache und vor allem vor gar nicht langer Zeit "Flugplan 2" geschrieben habe, muß ich gestehen, dass mir gerade im Auto nur das Motorengeräusch das liebste ist. Also wenn man beruflich so viel Musik hört und macht, dann muß man einfach auch mal abschalten.

Akuma: Es war sicher schwer, nach Deinem Snowboardunfall die angestrebte Stuntman-Karriere an den Nagel hängen zu müssen. Bist Du retrospektive froh darüber, wie sich die Dinge für Dich entwickelt haben oder würdest Du gern die Uhr zurückdrehen wollen?

Sebastian Hämer: Also ich würde schon gerne noch Saltos mit dem Snowboard machen können, ganz klar! Das traue ich mich natürlich nun nicht mehr, denn wenn die Sehnen erstmal ab sind, dann kugelt sich die Schulter leider immer wieder aus. Das ist natürlich ätzend, daher lasse ich das.

Akuma: Wehmut ist also auch noch dabei, wenn Du an den zerplatzen Stuntman-Traum denkst oder bist Du auch glücklich über Deine Musikkarriere?

Sebastian Hämer: Ich bin natürlich sehr froh darüber Musik zu machen, das ist ganz klar. Aber das hätte ja auch ohne den Unfall passieren und sich entwickeln können. Manchmal kommt es auch vor, dass sich die Schulter nachts beim Schlafen auskugelt, wenn ich falsch liege. Ganz unangemehme Sache... aber das ist nunmal so, wie es ist.

Akuma: Musst Du Dich deshalb auch auf der Bühne mit Tanzeinlagen oder Bewegungen einschränken und vorsichtig sein oder beeinträchtigt Dich das nicht allzu sehr?

Sebastian Hämer: Nein, also so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Nur wenn die Muskeln sich entspannen, ist die Verletzungsgefahr einfach größer.

Akuma: Hast Du Lampenfieber vor Auftritten?

Sebastian: Naja, im Grunde merke ich das daran, dass mein Mund ganz trocken wird. Aber extrem nervös bin ich nicht. Ich mach' mir vielleicht manchmal zuviel Gedanken, ob wir uns verspielen oder ich auf der Bühne meinen Text vergesse. Panik kriege ich aber nicht. Eben nur manchmal einen trockenen Mund. (lächelt)

Akuma: Hast Du eine Erwartungshaltung an Dich, den Erfolg von "Flugplan 2" oder gibt es von außen Druck, dem Du Dich ausgesetzt fühlst?

Sebastian Hämer: In der Produktionsphase war es natürlich so, dass wir unbedingt die besten Songs schreiben wollten, die wir jeee geschrieben haben. Aber meine Arbeit ist mit der Fertigstellung des Albums einfach getan. Jetzt kommt es nur noch auf die Leute an und ob ihnen meine Musik gefällt oder nicht.

Akuma: Das klingt recht entspannt...

Sebastian Hämer: Ja, weil ich jetzt keinen Einfluss mehr habe. Die Musik ist geschrieben, das Album ist fertig, die Leute entscheiden und ich kann jetzt nichts mehr an den Songs oder dem Album ändern.

Akuma: Hast Du musikalische Vorbilder?

Sebastian Hämer: Nein, eigentlich nicht... Obwohl als kleines Kind fand ich Elvis immer ganz cool.

Akuma: Warum gerade Elvis?

Sebastian Hämer: Wahrscheinlich nur, weil das die einzige Kassette war, die meine Eltern überhaupt besaßen. (lacht) Die haben nämlich auch relativ wenig Musik gehört.

Akuma: Dann kommst Du aus einer eher musik-desinteressierten Familie?

Sebastian Hämer: Nein, so kann man das nun auch nicht sagen. Mein Onkel hatte damals immerhin eine Band. Mir war das aber als kleines Kind immer alles viel zu laut. Ich weiß noch, dass ich mit meiner Mutter beim Fasching war, übrigens als kleiner Teufel verkleidet, und nach 10 Minuten mussten wir wieder gehen. Mir war's einfach zu laut.

Akuma: Hast Du gejammert?

Sebastian Hämer: Ja, ich hab' echt angefangen zu heulen und wollte einfach nur nach Hause. (lacht)

Akuma: Warum hast Du Dich damals dazu entschieden, deutsch zu singen? Was waren Deine Beweggründe?

Sebastian Hämer: Da ich nicht so ein englischsprechender Mensch bin, auch aus der ehemaligen DDR komme und dort nicht so viel Englischunterricht hatte, spreche ich auch nicht so gut Englisch. Warum sollte ich dann in Englisch singen, wenn ich gar nicht verstehe was ich da sage. Das wär' ja blöd. Dann könnte ich genauso gut auf Chinesisch singen, das wäre genau das Gleiche. (lacht)

Akuma: Was ist Dir der unangenehmste Part des Jobs als Sänger? Die Aufnahmen im Studio, das Interviews geben, Fotoshootings?

Sebastian Hämer: Ja, es gibt da schon etwas. Wenn eine Show ansteht auf die wir lange gewartet haben und ich genau eine Woche vorher krank werde. Das ist unangenehm und davor hab ich immer etwas Angst. Das ist jetzt übrigens auch grad passiert.

Akuma: In ein paar Stunden startet Dein Showcase. Bist Du denn fit für die Bühne?

Sebastian Hämer: Na klar, das geht schon.

Akuma: Vielfach wurdest Du mit Xavier Naidoo verglichen. Nervt Dich das mittlerweile oder ist Dir das egal?

Sebastian Hämer: Ich finde zum Beispiel auch, dass Rihanna sich wie Beyoncé anhört und auch andere sich sehr gleich anhören. Dass bei mir jetzt immer dieser Vergleich gezogen wird liegt wahrscheinlich daran, dass Xavier der erfolgreichste Künstler in Deutschland ist und Deutschland eher "klein" ist. In anderen Ländern ist es ja auch so, dass sich wahnsinnig viele Sänger ähneln.

Akuma: Der Vergleich stört Dich also nicht wirklich?

Sebastian Hämer: Ach nein, ich mache einfach meine Musik und Xavier seine. Ich kann ja auch nichts für meine Stimme, oder?

Akuma: Überhaupt nicht, das stimmt wohl...

Sebastian Hämer: Selbst wenn ich bewusst anders singen würde, um vielleicht nicht verglichen zu werden, dann würde das nicht klappen. Dazu müsste ich ja meine Stimme verstellen und würde dann vielleicht klingen wie Udo oder so...

Akuma: Udo Lindengerg?

Sebastian Hämer: Vielleicht, ja... wer weiß. (lacht)

Akuma: Glaubst Du, dass Künstler allgemein mehr Verantwortung auch in ihren Texten und ihrer Musik übernehmen sollten für Thematiken wie Umweltschutz, Politik etc.? In einem Song sprichst Du das Thema Umweltschutz ja auch an, richtig. Oder bist Du der Meinung, dass Kunst, egal was für welche, in erster Linie unpolitisch und unparteiisch sein sollte bzw. sein Muss?

Sebastian Hämer: Ja, das denke ich schon. Ich spreche sowas ja auch an und hab sozusagen auch einen Umweltsong auf dem Album. Ich finde es immer wichtig über solche Themen zu schreiben und Leuten dadurch vielleicht auch mal einen Denkanstoß zu geben oder sie dazu zu animieren, aktiv zu werden.

Akuma: Damals habt Ihr beim Label 3p sehr viel erreicht. Ich konnte zu möglichen Trennungsgründen von Euch leider keine Informationen recherchieren. Kann ich Dich danach fragen, warum Ihr Eure Zusammenarbeit beendet habt?

Sebastian Hämer: Ja natürlich darfst Du das. Also ich sag mal so: unser Stil ist einfach mit der Zeit auseinander gegangen. Ich wollte gern die Musik machen, Moses lieber in die andere Richtung gehen. Ich hab ihm was geschickt, was ihm nicht gefallen hat und er hat mir was geschickt, was mir nicht gefallen hat. Da haben wir dann gemerkt, dass es musikalisch einfach nicht mehr passt und uns entschieden auseinander zu gehen.

Akuma: Hast Du Vorsätze für das Jahr 2010?

Sebastian Hämer: Ich wünsche mir einfach mal, dass nicht mehr soviel Sche*sse passiert, weil neulich erst zwei Katzen von uns gestorben sind. Aber ansonsten bin ich ganz positiv eingestellt. Es gibt ja immer Höhen und Tiefen im Leben. Und für "Flugplan 2" wünsche ich mir natürlich, dass es gut ankommt und den Leuten gefällt.

Akuma: Sebastian, wir möchten uns ganz herzlich bei Dir für Deine Zeit bedanken und wünschen Dir für den Showcase, Dein neues Album "Flugplan 2" und 2010 nur das Beste. ~ Katina Kampardina


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