"Meshuggah" gehören zweifellos zu den interessanten Acts der Metal-Szene. Kaum eine Band bringt es fertig, derartig komplexe Songstrukturen zu entwerfen und vor allem zu performen. Insbesondere der Schlagzeuger muss eindeutig multitasking-fähig sein. Auf Hihat, Becken, Bassdrum oder Snare sind in der Regel unterschiedliche, teilweise als konträr erscheinende Taktstrukturen zu vernehmen. In diese fügen sich Gesang und die anderen Instrumente gekonnt ein. ~ Metal Channel aufklappen »
Aufgrund dieser Polyrhythmik und der häufigen Tempi-Wechsel ist "Meshuggah" sicherlich zu den Progressive-Metallern zu rechnen. Diese Schublade reicht jedoch bei weitem nicht aus, denn ihr Sound ist auch von Jazz-Elementen ("Meshuggah" entstammen auch tatsächlich der Jazz-Szene), Death- und Thrash-Sound durchzogen. Es war ebendiese Jazz-Szene, die 1987 im schwedischen Umea die Formation "Metallien" hervorbrachte. Bald benannten sich die Gründer Fredrik Thordendal, Jens Kidman, Per Sjögren, Johan Sjögren und Jörgen Lindmark in "Meshuggah" um und spielten ein paar Demo-Titel ein.
Nachdem einige Bandmitglieder in das Projekt "Calipash" wechselten, dieses aber nicht das Gelbe vom Ei zu sein schien, kam man bald wieder in veränderter Besetzung auf "Meshuggah" zurück. (Kurz zur Etymologie von "Meschugge": Das Lehnwort stammt aus dem Jiddischen und bedeutet "verrückt", es fand in dieser Form etwa im 19. Jhdt. Eingang in die deutsche Sprache. Zuvor war es im Hebräischen mit gleicher Bedeutung in Gebrauch ("Meschugga", abgeleitet von "Lehischtagea" = verrückt sein bzw. werden). 1989 erschien ihre erste EP "Psykisk Testbild", eine an "Metallica" erinnernde thrashige CD.
Es folgte "Contradictions Collapse". Aufgrund mangelnden Engagements ihres Labels verkaufte sich das Album nur schleppend. Mehr Bekanntheit wurde ihnen in den kommenden Jahren, nach Alben wie "None" (1994), "Selfcaged" und "Destroy, Erase, Improve" (beide 1995) und vor allem den Touren mit "Machine Head", "Clawfinger" und "Hypocrisy", zuteil. Auch die weiteren Veröffentlichungen zeigten, dass die Band harte und brachiale Töne bevorzugt, dabei nicht auf High-Speed setzt und insbesondere auf Trivialitäten wie simple 4/4-Takte verzichtet.
Auch ist die von ihnen gerne verwendete 8-Saiten-Gitarre keineswegs üblich. Diese ist eine ganze Oktave tiefer als "normale" Gitarren gestimmt. Es folgten Touren durch Skandinavien und als Headliner durch die USA. Im Anschluss daran zimmerten sie sich ein eigenes Studio zusammen und nahmen die EP "I" auf. 2005 erschien die Scheibe "Catch Thirty Three". Diese ist, wie üblich, alles andere als eingängig - aber bei Musik, die von vielen den Stempel "genial" aufgedrückt bekommt, ist dies auch kein Kriterium.
Line-Up - Jens Kidman - Vocals, Gustaf Hielm - Bass, Tomas Haake - Drums, Marten Hagström - Guitar, Frederick Thordendal - Guitar