"Ministry" ist eines der Projekte von Al Jourgensen (manchmal Alien Jourgensen, später Alain Jourgensen genannt, geboren 1959 in Havana/Kuba). Seine zahlreichen anderen Vorhaben liefen unter den Namen "1000 Homo DJs", "Acid Horse", "Buck Satan", "Hypo Luxa", "Lard" (zusammen mit dem "Dead-Kenndys"-Sänger Jello Biafra), "Lead Into Gold", "Pailhead", "PTP", "Revolting Cocks", "Special Affect" usw., im Grunde ausreichend, um mehrere Leben damit auszufüllen. Das eine, das er zur Verfügung hat, startete mit folgenden Gegebenheiten: ~ Metal Channel aufklappen »
Er zog mit seiner Familie in die USA. Als 8-jähriger fing er an, Gitarre zu spielen. Mit 14 hatte er bereits den ersten Drogenentzug hinter sich. Seine musikalische Karriere fing als Radio-DJ an. Seine erste Band war "Special Affect". Diese spielte Synthie-Wave-Pop, ebenso wie die Formation "Ministry" zu ihren Anfangszeiten. Das war 1981, als er sie zusammen mit Stephen "Stevo" George (Schlagzeug) und Lament Welton (Bass) gründete. Sie nahmen "Cold Life" und ein Album "With Sympathy" auf, jedoch nur mit mäßigem Erfolg.
Daraufhin warf Alain (wie er sich mittlerweile nannte) alle Mitglieder 'raus und stand zunächst allein als "Ministry" da. Er veröffentlichte als Nächstes "Twitch", ein aggressives düsteres noisiges Werk, das schon die Richtung aufzeigt, in die sich "Ministry" bewegen sollte - Industrial-Sound. William Borroughs (bekannt als Drogen-User und Schriftsteller ("Naked Lunch", "Junkie", "Nova"-Trilogie, Erfinder der literarischen "Cut-Up"-Technik) und Timothy Leary (der Harvard-Professor, der LSD populär machte, Bewusstseinserweiterung propagierte, das Establishment kritisierte und die Devise "Turn On, Tune In, Drop Out" kreierte - seine Schriften gehören zu den evolutionärsten Werken überhaupt) wurden zu seinen Vorbildern, später zu seinen Freunden.
Alain Jourgensen's Drogenkonsum führte zu gelegentlichen Gefängnisaufenthalten und Entzügen. Unabhängig davon machte er mit seiner Musik weiter und bald zeichnete sich Erfolg ab. "Ministry" brachte die Alben "The Mind Is A Terrible Thing To Taste" (1989), kurz darauf "Thieves" und "In Case You Didn't Feel Like Showing Up" (Live-EP), heraus. Den größten Erfolg hatten sie mit "Psalm 69 ? The Way To Succeed & The Way To Suck Eggs", darauf ist sowohl Timothy Leary und (als krasser Kontrast) George Bush zu hören. Der Song "Psalm 69" beinhaltet ein Wortspiel aus Aleister Crowley's "Magick".
Langsam schien die Kreativität verlorenzugehen, denn die kommenden Alben (1995: "Filth Pig" (als Hommage an die Polizei der USA gedacht...), 1999: "Dark Side Of The Spoon" (in Anlehnung an die "Pink-Floyd"-Platte und in Anspielung auf Jourgensen's Drogengeschichten, in deren Verlauf er zweimal für klinisch tot erklärt worden war), gefolgt vom Best-Of "Greatest Fits" gelten als zunehmend einfallslos. Abschreiben konnte man "Ministry" trotzdem nicht, denn mit "Animositisomina" liefen sie wieder zur Hochform auf.
Auch das Folge-Album "Houses Of The Molé" konnte sich hören lassen. Inspiriert wurde Alain Jourgensen dabei oft von republikanischen US-Regierungen bzw. Präsidenten, zu denen er eine klare Meinung hat - so bezeichnete er beispielsweise in einem Interview George W. Bush als "Motherfucker".
Line-Up - Gründungsmitglieder (1981): Alain Jourgensen (Gesang), Stephen "Stevo" George (Schlagzeug), Lament Welton (Bass)