"Samael" sind ein Urgestein des Black-Metal, wenngleich sie aus einem Land stammen (Schweiz), dem man nicht unbedingt die Ursprünge dieser Metal-Spielart zutrauen würde. Gründungsjahr war 1987. Als Namen wählte man die Bezeichnung für einen Dämon aus dem Talmud (hebräisch für "Belehrung" bzw. "Studium" - bestehend aus dem Hauptwerk "Talmud Bavli" (der im Perserreich, d.h. im heutigen Irak entstandene Babylonische Talmud) und dem kürzeren "Talmud Jeruschalmi" (in Palästina entstanden, also der "Jerusalemer Talmud"), dem zweitwichtigsten Schriftwerk des Judentums nach dem "Tanach"). ~ Metal Channel aufklappen »
Dort ist Samael (aramäisch "Gift Gottes") ein Dämon, der die Menschen zu schädigen versucht. Andere Namen für ihn sind Asael oder Asahel. Der Teufel selbst wird auch manchmal "Asael" genannt. Somit dürfte auch ungefähr klar sein, was musikalisch von "Samael" zu erwarten ist. Ihren Stil entwickelte die durchaus innovative Band konsequent weiter und bezog auch synthetische Klänge mit ein. Gestartet waren sie zunächst als Duo (Vorphalak und sein Bruder Xytras), selbst ihr Demo "Medieval Prophecy" und ihren ersten Auftritt bewerkstelligten sie zu zweit.
Mit dem Bassisten Masmisiem wurden sie zum Trio und nahmen das Debüt "Worship Him" auf. Die Promo-Tour führte sie durch Frankreich, Deutschland und Polen. "Blood Ritual", das Folge-Album ist klangtechnisch deutlich besser, auch wurde mehr Wert auf die Keyboards gelegt, sodass es nun einen fest in die Band integrierten Keyboarder gab. Mit "Ceremony Of Opposites" schafften sie den Durchbruch, wozu auch die sich anschließende Tour mit "Cannibal Corpse" beitrug.
Wie so oft, gab's auch bei "Samael" einige Umbesetzungen, u.a. übernahm Xytraguptor die Keyboards und setzte als neuen Schlagzeuger für das nächste Album "Passage" (1996) einen Drumcomputer ein. "Passage" stellte somit einen deutlichen Stilwandel dar, es könnte schon fast als atmosphärischer Soundtrack durchgehen. Nichtsdestotrotz kam es gut an und "Samael" konnten auch eine Reihe neuer Fans hinzugewinnen. Zwischenzeitlich gab es immer wieder Ärger mit ihrem Label, das sie aber aufgrund der in diesem Metier üblichen Knebelverträge nicht verlassen konnten.
Daher nahm der damalige Gitarrist Kaos seinen Abschied und wurde durch Makro ersetzt. Nach der 2003er-Tour mit "Cathedral" erschien die DVD "Black Trip", womit sie eigentlich aus den Verträgen mit ihrem Düsseldorfer Label entlassen hätten werden sollen, aber dessen Geldgier bescherte weiteren Ärger, sodass es fast bis Ende 2004 dauerte, bis dann "Reign Of Light" in die Plattenläden kam. Die nächste Tour führte sie mit den Gothic-Metallern "Flowing Tears" durch Europa.
Line-Up - Vorphalack - Gitarre, Gesang, Makro - Gitarre, Masmiseim - Bass, Xytraguptor - Schlagzeug, später Keyboards