Die kanadischen Death-Metaller "Kataklysm" hinterlassen nach dem Genuss ihres Sounds zunächst schon etwas Ungläubigkeit - man fragt sich, ob da womöglich ein Drumcomputer anstelle eines Schlagzeugers sein Werk verrichtet. Kann ein menschliches Wesen die Felle wirklich so schnell verdreschen, und das durchgängig? Die Antwort ist: Vonwegen Drumcomputer, für's Schlagzeug zeichnet tatsächlich ein Mensch namens Ariel Saide bzw. Nick Miller verantwortlich. ~ Metal Channel aufklappen »
Im Laufe der Bandgeschichte wurde dieser gegen Max Duhamel getauscht - wie sich zeigen sollte, hat dieser ebenso ein paar Turbos in Armen und Beinen integriert. Highspeed - eines der Markenzeichen der Kanadier, deren Namen in etwa soviel wie "erdgeschichtliche vernichtende Katastrophe" bedeutet, wird gekonnt mit Brutalität und Härte gemischt, was sie veranlasst, ihren Stil als "Northern Hyperblast" zu bezeichnen. Ihr Blastbeat-Stil ist dabei recht eigen (Bass-Drum- und Hihat-Schläge auf Viertelnoten und Snare-Drum-Schläge durchgehend auf Sechzehntelnoten).
Sowohl diese in Eigenkreation entstandene Stilbezeichnung als auch die Bedeutung ihres Namens scheint voll gerechtfertigt, sieht bzw. hört man sich ihre Live-Performances an und lauscht man ihren Alben. Die Band wurde 1991, 1992 gegründet und bereits ihr erstes Demo "Death Gate Cycle Of Reincarnation" gefiel, sodass alsbald ihre erste EP "The Mystical Gate of Reincarnation" veröffentlicht werden konnte (1994), der das Full-Length-Album "Sorcery" folgte.
Bei den sich anschliessenden Touren traten sie z.B. in Europa zusammen mit "Brutal Truth", "Cathedral", "Deicide", "Fleshcrawl" und "Sinister" auf. Stets spielten sie technisch perfekt und präzise, als Meilenstein gilt "Temple of Knowledge" (1996), gleichzeitig wahrscheinlich das brutalste Album. Im weiteren Verlauf gab's Touren u.a. mit "Destruction", "Dying Fetus", "Dismember", "Krisiun" und "Shadows Fall". Insgesamt veröffentlichten sie bis 2006 13 Alben, die an Härte und Geschwindigkeit wohl keine Wünsche offen lassen. Neben der erwähnten Scheibe "Temple of Knowledge" dürfte "Shadows And Dust" (2002) das wichtigste "Kataklysm"-Werk sein.
Line-Up - Maurizio Iacono - Gesang, JF Degenais - Gitarre, Stephane Barbe - Bass, Max Duhamel - Schlagzeug