Das Wetter schlägt aber auch Kapriolen. The Sorrow, dieser heftige Sturm, zog aus dem Süden auf. Er sorgte mit seinem Einstand "Blessings From A Blackened Sky" für ordentlich Wirbel. Unangekündigt kam der Orkan, er war einfach da, mit modern-metallischen Grüßen aus Vorarlberg. Jetzt nochmals tief Luft holen, und zurück zum wahren Heavy Metal, zu Böen, die glanzvolle Namen wie Judas Priest oder Iron Maiden deutlicher betonen. "Origin Of The Storm" ist wüst, aber verwüstet nicht. ~ Alexander Diehl (teleschau) aufklappen »
"Apnoia", das Intro, erinnert daran, dass ein "Sturm" klaviermusikalische Assoziationen hervorrufen mag. Da ging es um Shakespeare. The Sorrow, die - schenkt man der Presseinfo Glauben - flugs den Titel "Österreichs erfolgreichste Metal-Band" einkassiert haben, nehmen den Sturm persönlich. Und artikulieren sich entsprechend angepisst. "Where Is The Sun?". Nicht hier. Auch wenn der Titel ein großer Planet am Himmel ist. Wärme ist für Weicheier.
Sie könnten ein Auslandssemester an der Nordsee buchen, die Jungs. Oder besser gleich in Göteborg. Ein lohnenswerter Ausflug, "Origin Of The Storm", findet Gefallen am Melodic-Death. Mit Metalcore, insbesondere dessen zweitem Wortteil, ist nicht mehr viel. Klar, Killswitch Engage sind immer noch nett. Aber Trivium, Amon Amarth, die ganzen neuen Titelblattbesetzer, die stehen hier Spalier. Bitte durchschreiten und genießen.
Der Wind pfeift einem um die Ohren, nur selten dreht er: "Anchor In The Storm" reißt mit gedrosseltem Tempo die Ahnungslosen mit in die Tiefe. "Heaven Is No Place For Us" lässt einen das Taschentuch hervorholen. Nein, es ist kein sentimentaler Quatsch. Die Brillengläser putzen, die Tropfen aus dem Munde des Kreischenden abbekommen haben, darum geht es. Der Regen gehört zum Sturm. Viel Wind ist jedoch die Hauptsache. Soviel, dass "Origin Of The Storm" vor lauter Sperrigkeit beizeiten nicht weiß, wohin das ein oder andere Lied getragen werden mag. Aber das macht die Platte nur noch interessanter.