Wer wie die Threatmantics aus der walisischen Hauptstadt Cardiff kommt, ist vielleicht näher dran an der eigenen Folklore als ein Stadtmensch in London oder Manchester. Vielleicht spielt das Gitarren-Rock-Trio deshalb auf "Upbeat Love" mit Folk-Elementen. ~ Klaas Tigchelaar (teleschau) aufklappen »
Folk und Rock - da denkt natürlich fast jeder sofort an New Model Army oder The Levellers, aber bei den Threatmantics läuft die Vermengung deutlich rücksichtsloser ab. Die Band, bei der drei Personen fünf Instrumente bedienen, rockt rauer und setzt ihre folkloristischen Akzente vor allem mit der stets präsenten Violine von Sänger / Frontmann Heddwyn Davies und einem liebevollen Schlachtenbummlerbeat.
Hier geht es also nicht um hippieske Glückseligkeit, sondern um Aggression und Herzschmerz mit traditionellen Soundeffekten. Der Opener "Big Man" kommt mit verzerrter Stimme und vorne platziertem Gitarrenbrett zunächst klassisch rockig rüber, aber im zweiten Song "Burried Alive" setzt dann die Violine ein und nach und nach driften die Threatmantics dann vorsichtig weiter ins Folkterritorium. Bis zum Schluss dominiert jedoch das klassische Rockgefüge, das hier von Gitarre und Schlagzeug zusammengehalten wird. Lediglich der letzte Track "Lonely Heart" geht mit seiner simplen Zwei-Akkord-Struktur als einigermaßen traditionell durch, die Violine setzt nur mit einem kurzen gezupften Part ein und klingt dabei eher wie eine Ukulele.
Der Folk-Aspekt ist letztlich also nicht mehr als ein kleines Stilelement, das der Band wohl genauso locker Zutritt zum Rockclub wie zum Irish Pub verschaffen soll. Aufgrund mangelnder Konsequenz schaffen sich die Threatmantics dadurch aber eben auch kein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Und so ist "Upbeat Love" nicht mehr als eine solide Garagenrockplatte, bei der am Ende vor allem die fast schon penetrant-präsente Violine hängen bleibt.