Dreampop trifft 60s-Girlpop trifft die 23-jährige Songwriterin Bethany Cosentino und ihren musikalischen Busenfreund Bobb Bruno - schon ist er wieder da, der nächste kleine Indie-Band-Hype aus den Staaten. Wenn erst mal die Hallgeräte mit Schrammelgitarre, Rumpelschlagzeug und Kleckerbass Verbindung aufgenommen haben, wedelt das Trio spontan eine sommerlich-surfige Brise aus dem Proberaum. Irgendwo zwischen White Trash, The Cure und Dick Dale ist schließlich noch Platz für ein selbstbewusstes männlich-weibliches Statement voll spröder Pop-Perlen, die sich gleichermaßen im späten Wave wie im psychedelisch-poppigen Sound der frühen 70er ihre Inspiration holen. ~ Klaas Tigchelaar (teleschau) aufklappen »
Vielleicht ist es bloß die verschroben-krachige Produktion, die Cosentinos kompakte Melodien daran hindert, auf Anhieb am Zuckerschock zu verenden. Aber genau diese Mischung, diese unperfekte Stringenz macht das Material des Best-Coast-Debütalbums so spannend. Und obwohl man natürlich mal wieder das Rad nicht neu erfindet und den perfekten Popsong immer noch nicht parat hat, türmt sich "Crazy For You" schnell zu einem sehr gefälligen Album ohne große Aussetzer auf.
Die soliden Gitarre-Bass-Schlagzeug-Eckdaten werden nur gelegentlich von Glockenspielen, Orgeln oder ähnlichen Accessoires gekrönt (etwa in "Bratty B" oder "Crazy For You"). Darüber thront stets Cosentinos liebliche wie durchdringende Stimme in einem Kübel aus altertümlichem Hall. Die Kritiker werden es wieder lieben, die Indie-Kids gehen ab und möglicherweise ist das der Anfang für einen respektablen Achtungserfolg, vor allem weil das nicht minder clevere Material diverser Vinyl-Singles, die vor dem Debüt erschienen sind, nun ausgerechnet hier gar nicht vertreten ist.